| Spielen Sie das Morra-Gambit! |
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oder "Was ist Besonders am Buch “ Das Buch “Felderstrategie für Morra-Gambit” ist nur 2 Jahre alt, ist quasi schon Schachgeschichte. Die Schachbücher werden heutzutage leider schnell alt. Das ist mir ein Grund, gebührend auf das Buch zurückzublicken.Es ist selten dass ein Autor über sein Buch schreibt, es ist sozusagen untypisch. Warum eigentlich? Das Buch “Morra-Gambit für Felderstrategie” hat eine interessante Vorgeschichte. Erlauben Sie mir, darauf kurz einzugehen. Ein Schachspieler befindet sich sozusagen in zwei Welten, die eine Welt heißt Theorie, die andere Welt ist die Praxis. Man lernt und spielt Schach gleichzeitlich. Man muss die Theorie in die Praxis umsetzen. Das wollte ich auch, ich wollte die Felderstrategie und B-Methode als Spieler und Autor in die Praxis umsetzen. Als ich mit der Felderstrategie und B-Methode “fertig” war - tatsächlich war es natürlich nicht so, denn man ist mit einer Theorie nie fertig, jede Theorie ist viel komplizierter, als man denkt - wollte ich die Theorie auf einem unbekannten Feld ausprobieren. Eine mir unbekannte Eröffnungsvariante wäre dann am besten. Ich wollte in der Tat eine Eröffnung analysieren bzw. untersuchen, die ich nie vorher gespielt hatte. Zu meiner Überraschung war es das Morra-Gambit. Ich habe nie in meinem Leben das Morra-Gambit mit weißen Steinen gespielt. Als Schwarzer musste ich natürlich öfter gegen das Gambit spielen, hatte dabei meinst positive Erfahrungen gemacht. Erstaunlich, ich habe als Weißer nie an das Morra-Gambit gedacht! So habe ich begonnen, die zahlreichen und recht komplizierten Varianten des Morra-Gambit nach der B-Methode zu analysieren. Dabei habe ich weder Theoriebücher noch sonstige Theoriequellen benutzt. Bei jeder Stellung dachte ich als ein Felderstratege und suchte die Züge mit der B-Methode. Es war eine sehr interessante Erfahrung! Mir fällt ein Vergleich ein: Ich fühlte mich, wie ein Flugzeugkonstrukteur im selbstkonstruierten Flugzeug bei seinem ersten Flug. Man weißt nicht, ob das Flugzeug startet und landet, man weiß nicht, ob die Theorie tatsächlich funktioniert oder nicht.Als Vergleich diente natürlich die Literatur. Bevor ich mit dem Buch angefangen habe, hatte ich schon mit der Felderstrategie und der B-Methode gute Erfahrungen gemacht und drei CDs bei der Firma ChessBase verlegt. Also, ich setzte mich als Weißer (d.h. ich sehe jene Stellung aus weißer Perspektive) ins Flugzeug “Morra-Gambit” und analysiere die vorkommenden Varianten. Hat mir die Methode geholfen? Durchaus! Wenn man keine Theorie, aber eine Denkmethode kennt, spielt man wie mit offenen Augen. Man denkt und probiert aus, aber bewusst.
Man muss sich als Weißer auf die vorhandenen Strukturen und vor allem auf die aus weißer Sicht wichtigen Felderzonen (genannt Kontrollzone) mit den besonderen bzw. auffälligen Stellungsschwächen auf c7 und f7 stützen. Weiß spielt in der Nun möchte ich ein Paar Beispielen nennen: Weiß am Zug
In dieser Position habe ich im Buch folgende Züge analysiert 8.Dd5, 8.Db3, 8.0-0 und 8.Dh5 und zum Schlussfolgerung gekommen, dass 8.Dh5 die beste Fortsetzung sein sollte, (8.Dd5 Sb4!). Dazu gibt es in der Anlage eine neue Partie. Weiß am Zug
Die starke Neuerung 11.f4! (anstatt g3) 11....Lf4 12.e5 warten auf ihrer Umsetzung
Weiß am Zug
hier wird meist 10.h3 (um Lg4 zu verhindern, und nach 10...0-0 11.Le3) gespielt. Ich denke aber, dass 10.Le3 mehr leisten sollte, weil 10...Lg4 nach 11.h3, Weiß, der die Kontrolle über die weißen Felder anstrebt, zugute kommen sollte.
Weiß am Zug
Das Motiv Sf3-g5 mit der Absicht die weißfeldrige
Sf3 - g5!
Weiß am Zug
Diese Stellung ist durch seine taktischen Einheiten gut bekannt. Weiß wählt hier in der Regel 12.e5 oder 12.Sd5. Die beiden Möglichkeiten sind genug scharf, wurden im Buch selbstverständlich analysiert. Zu meiner Überraschung habe ich festgestellt, dass Weiß hier auch 12.Sg5 spielen kann, und zwar mit guten Aussichten auf den Königsangriff. Die Ablenkung des Gambits durch 3...d3
wurde im Buch mit Worten “Schwarz verteidigt damit das Feld e5 und bedroht mittels d5 Initiative zu ergreifen” kommentiert. Und das ist in der Tat: (Mache Schachfreunde bezweifeln, dass 3..d3 das Feld e5 verteidigt) Der Zug 3...d3 verhindert endgültig 4.cd4, sichert dadurch indirekt das Feld e5. Weiß muss nun c4, Sc3, Lxd3 spielen, Schwarz hat also reichlich Zeit, die Kontrolle des Feldes e5 zu verstärken. Mach 3...d3 nimmt das Spiel den geschlossenen Charakter. Weiß muss nun mit “positionellen” Mitteln vorgehen, nämlich eine solide und starke Stellung mit Stützpunkten auf c4 und e4 aufbauen.
Als ich die Behandlung von Eröffnungsvarianten beendet hatte, habe ich angefangen, die Musterpartien zum Gambit zu analysieren. Ich bin der Meinung, dass der Leser die Musterpartien unbedingt braucht. Man muss sehen, wie die Strategien, die man in der Eröffnungsphase angelegt hat, im Mittelspiel funktionieren sollten. Ich kann natürlich nicht viele Partien ins Buch hineinbringen. Das Buch hat seine Grenzen. Ich möchte aber unbedingt die für das Morra-Gambit typischen Kombinationen und taktischen Motive zeigen. Im Ergebnis entstand im Buch ein Kapitel mit vielen taktischen Abspielen. Dabei verfolgte ich das Ganze aus weißer Sicht. Warum eigentlich? Das Gambit initiiert der Weiß-Spielende. Dazu braucht man etwas Mut. Ich wollte den Weiß-Spielenden mit positiven Beispielen und taktischen Schönheiten ermutigen, das Gambit zu spielen. Dabei dachte ich an den Spieler, der das Gambit spielt und analysiert. Dabei wird man besser! Die Stellungen mit taktischen Inhalten wirken auf den Spieler durchaus positiv! Also, ich wollte ein Buch schreiben, das dem Spieler hilft, das Morra-Gambit zu verstehen und zu spielen. Ich bin der Meinung, das es mit der Felderstrategie gut möglich wäre. Ich habe überall im Buch die felderstrategischen Notizen gemacht. Die Notizen sind leider zu kurz. Ich habe das nicht als ein Nachteil gesehen. Wenn man spielt, hat man zum Nachdenken nicht viel Zeit. Man muss also lernen, das Wesentliche in der Stellung zu sehen, bzw. kurz aber effektiv zu denken. Ein Problem konnte ich nicht lösen. Schwarz hat viele gute Möglichkeiten, das Gambit abzulehnen. All diese Ablehnungsversuche führen automatisch zu gut bekannten Systemen, die Weiß in der Regel mit 2.c3 oder 3.c3 spielt. Dabei entstehen riesige Theorieflächen, die ich selbstverständlich im Buch über das Morra-Gambit vermeiden wollte. Man kann nach Bedarf, das ist ohnehin klar, die Theoriebücher aussuchen und solide Variante lernen. Für den “Notfall” habe ich einige “felderstrategische” Vorschläge für Weiß gemacht. Diese sind direkt für Gambitspieler gedacht. Wer wäre sonst bereit, einen Bauern in der Eröffnung zu opfern? Das heißt, die Vorschläge haben keine theoretische, sondern praktische Bedeutung. Diese Alternativvorschläge sind keine gut bekannten und ausprobierten Varianten, sondern Beispiele für das felderstrategische Denken. Kurz: Mit dem Buch wollte ich zum Ausdruck bringen, dass die Felderstrategie eine lebendige Sache ist, der man sich in jeder Hinsicht bedienen kann. Machen Sie sich selbst ein Bild! Diese Notizen haben einen tieferen Grund: Ich möchte Schachfreunde über das Buch “Morra-Gambit“ informieren. Warum ich? Ganz einfach. Die Vorgeschichte lautet: Ich hatte versucht, diejenigen anzusprechen, die das Buch lesen und Kommentare zu seinem Inhalt schreiben. Zu diesen Zweck, habe ich viele potentielle Interessenten angesprochen und ein Exemplar des Buches zur Verfügung gestellt. Nach vielen Monaten musste ich mit Bedauern feststellen, dass sich keiner von ihnen mit einem Kommentar zurückgemeldet hat. Ein dickes Lob möchte ich in dieser Hinsicht Herrn Frank Große aussprechen. Er hat das Buch gelesen und ehrlich darüber auf www.schachlinks.com geschrieben. Vielen Dank an dieser Stelle. Alexander Bangiev 28.05. 2008 Alexander Bangiev, Felderstrategie für Morra-Gambit. Silbersaitenverlag 2006 ISBN – 10: ISBN 3-939345-04-0 und ISBN – 13: ISBN 978-3-939345-04-6
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