Praxis
Lernen vom Weltmeister
Sprüche, Zitaten und Weisheiten berühmter Persönlichkeiten übers Schach spielen
| Sprüche, Zitaten und Weisheiten berühmter Persönlichkeiten übers Schach spielen |
Suchen Sie sich ein Mantra!In der Philosophie des Zen gibt ein Meister seinem Schüler ein Mantra. Einen Spruch, oft auch nur ein Wort, das der Schüler wahrt wie ein persönliches Geheimnis... Rudolf Spielmann Aus dem Buch “Richtig opfern!”Der Fachmann ... betrachtet das Schachspiel nicht vom Zuschauerraum, sondern von der Bühne aus. Die Kunst richtig zu opfern, ist nicht in jenem Maße erlernbar wie die Fertigkeit in Eröffnungen, denn sie ist zu sehr von persönlichen Eigenschaften abhängig... Jeder große Meister geht auf dem Gebiet des Opfers seine eigenen Wege.... Unsere Schachtheoretiker sind im Grunde genommen nur Chronisten, die das Gedankengut ihrer Zeitgenossen sammeln und verewigen. Opfern - das ist ein heiliger, ein heidnischer Begriff.
Das Bemühen, jedes Opfer genau durchrechnen zu wollen ist grundfalsch. Man muss nur Vertrauen in die Stellung haben und Vertrauen zu sich selbst. Der Blick für Opfermöglichkeiten gehört ebenso zum guten Spiel wie Eröffnungs-, Endspielkenntnis usw. Die Wahrscheinlichkeit des Erfolges muss sich nicht bloß auf die Beurteilung der Stellung stützen, sie kann vielmehr auch allerlei Nebenumstände als Grundlage haben. Man kann z.B. gewisse persönliche Schwächen des Gegners in Rechnung stellen, also psychologisch spielen, man kann auf gegnerische Zeitnot spekulieren, also sportliche Vorteile suchen usw. Von solchen Gesichtspunkten betrachtet, sind im höherem Sinne auch viele Opfer als korrekt zu bezeichnen, die einer nachträglichen Untersuchung nicht standhalten können. Man muss theoretische und praktische Korrektheit unterscheiden. Richard Reti Aus dem Buch “Die Meister des Schachbrettes” Leider schätzen die meisten Schachspieler nur die exakten Varianten. Aber gerade das Umgekehrte ist angebracht. Erst muss man kombinieren lernen, ehe man positionell spielen kann Viktor Kortchnoi Aus dem Buch „Meine besten Kämpfe”“ Was heißt das eigentlich - “Schachtheorie“?Es ist die Synthese der Praxis einiger Generationen der besten Schachspieler der Welt. Die Theorie bestimmt im Prinzip das Abspielen der Schacheröffnungen und erörtert die Verfahren der Entwicklung der Figuren in der Eröffnung, des Kampfes um das Zentrum und dergleichen. Diese Verfahren gelten freilich nicht ewig, sie werden von Zeit zu Zeit einer Revision unterzogen und verbessert, aber im Prinzip - im Prinzip müssen sie eingehalten werden.
David Bronstein Aus dem Buch “Sternstunden des Schachs. Zürich 1953“ Bekanntlich ist die Dame die wichtigste Figur auf dem Schachbrett, und davon, wie sie ihre Rolle spielt, hängt der Erfolg der ganzen Aufstellung ab. Die Schwäche der weißen Felder ist die Schwäche der Figuren und Bauern, die auf den schwarzen Feldern stehen. Stefan Zweig Aus dem Buch “Schachnovelle” Aber selbst Gedanken, so substanzlos sie scheinen, brauchen einen Stützpunkt, sonst beginnen sie zu rotieren und sinnlos um sich selbst zu kreisen.
Robert Hübner Aus dem Artikel “Positionsspiel - Es ergibt sich, dass zwischen den Wörtern “Plan” und “Strategie” kein großer Unterschied besteht, wenn sie für Abläufe auf dem Schachbrett verwendet werden. Im Plan liegt die richtige Strategie beschlossen”. Die Formulierung “Dieser Zug ist ein strategischer Fehler” bedeutet nichts anders als “Mit diesem Zug strebt der Spieler ein falsches (Teil-)Ziel an. Lasker, Emanuel Aus dem Buch “Lehrbuch des Schachspiels” Ich möchte Schüler heranbilden, die das Vermögen haben, selbst zu denken und die Kritik zu üben. Der Gedanke, der hinter der Kombination steht, heißt Idee, der Gedanke hinter dem Positionsspiel Plan. Die Idee hat eine Spitze, die überrascht, die mit einem Schlage das Bild der Stellung umwandelt, der Plan hat Weite und Tiefe, die imponieren und die im langsamem Aufbau der Stellung eine Struktur geben. Das Verfahren bei der Analyse einer Stellung einerseits durch die Aufsuchung von in ihr enthaltenen Kombinationen, anderseits durch Fassen von Plänen, unterscheidet sich durch die Richtung des Denkens. Die Aufsuchung von Kombinationen geht von der gegeben Stellung aus, das Fassen von Plänen führt zu vorgestellten, häufig nur erst in der Phantasie vorhandenen Stellungen hin” Der Grund eines meisterlichen Planes ist immer eine Bewertung Aaron Nimzowitsch Aus dem Buch “Mein System” Beim Meister ergibt sich der Abtauschprozess von selbst. Man besetze Linien oder sichere sich die Herrschaft über einzelne strategisch wichtige Punkte - Abtauschmöglichkeiten wird einem wie eine reife Frucht in den Schoss fallen.
Lev Polugajewski “Aus dem Labor des Großmeister” |
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