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Warum ist es denn so?
Schachfreund Gerard Welling kommentiert den Artikel "Die B-Methode"

Dieser Artikel beschreibt kurz die „hinterliegende“ zu Grunde liegende Idee der B-Methode, "sie prüft vor jedem Zug die Konstellation der Figuren nach ganz bestimmten vorgegebenen Kriterien". Strategie, Richtung und Farbfragen „sammeln“ ergeben (oder enthalten) wichtige Informationen über Stärken und Schwächen der eigenen und gegnerischen Stellung. Nach Wahrnehmung der Kandidatenzüge - dadurch bestimmt - muss die geeignete Partiezug bestimmt werden.

Die Logik im Artikel ist sonnenklar - kritische Anmerkungen habe ich dann auch nicht -, trotzdem wird von vielen Spielern auf diese Methode, diese Felderstrategie ablehnend reagiert.

Wie gesagt, die Logik gibt dazu kaum „Anhaltspunkte“ oder Anlass; warum wird die Methode dann von einigen a priori verworfen?

Wenn ich darüber nachdenke, wie ich selbst die Felderstrategie am (ersten) Anfang gegenüber stand, wird vielleicht einiges klar. Die angebotenen Instrumente habe ich nicht sofort als Wahrheit angenommen, aber im Rahmen meiner Schacherfahrung geprüft.

Eine ganz kurze Zusammenfassung von meinen Schlussfolgerungen:

-Die Strategiefrage soll die Festigung des eigenen Raums klarstellen, und dabei werden zwei potentielle "Räume" definiert. Da gesunde Schachstrategie mit zentraler Kontrolle verbunden ist, ist es logisch, dassein Raum zentral gefestigt ist. Die wichtigsten zentralen Felder sind e4-d4 und e5-d5. Diese Basis der B-Methode ist also auf bekannte Erfahrungswerte gestützt.

-Die Richtungsfrage führt dazu, an die statischen Elemente der Stellung dynamische  als Faktor hinzufügen zu können. Wo wird, gestützt auf die Zentrumslage, das "Spiel" statt finden? Soeben habe ich von e4-d4 ( und e5-d5 ) als wichtigste Zentralfelder gesprochen, sehen wir uns ein einfaches praktisches „Vorbild“ Beispiel an.

In der Steinitz - Variante der Spanischen Partie 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.d3!? kommt im Laufe der Eröffnung das Manöver Sd2-f1-e3 sehr oft vor. Dann hat Weiß die Wahl, entweder über f5 ( Sf5..) das Spiel in Richtung des Königsflügels zu „generieren“ (heißt zu deutsch: hervorbringen; gemeint ist wohl zu entwickeln), oder sich auf d5 zu konzentrieren. In Felderstrategie-Terminologie e4-Strategie in Richtung f5, .. oder d5. Auch war es mir nach Prüfung von weiteren vorkommenden Konstellationen klar, dass die Richtungsfrage sich ebenso auf bekannte Erfahrungswerte von gesunder Schachstrategie stützt.

-Die Farbefrage prüft die Stärken und Schwächen der Gegner auf die Felder der zwei Farben, zwecks Angriff bzw. Verteidigung. Das ist ebenso logisch, ebenso ein Erfahrungswert.

De fakto könnte man schließen, dass die Felderstrategie (B-Methode) die schachliche Erfahrung in eine methodisch breit umfassende Denkmethode transformiert und keineswegs schachliches Fokus Pokus ist.

Natürlich könnte ich mir vorstellen, dass bestimmte Verfeinerungen der B-Methode gefunden werden können, aber die Basis erscheint mir logisch.Vielleicht lässt sich die Bereitschaft, sich mit der Felderstrategie zu beschäftigen, sich verbessern, wenn klargestellt wird, dass die Basisaxiomender Methode nicht "vom Himmel" gefallen sind, aber tatsächlich ihre Wurzeln haben in geprüfter schachlicher Erfahrung.

Der Schachspieler wird mit der Behauptung "es ist so" konfrontiert und reagiert mit der Frage "warum ist es denn so"? Ich habe für mich selbst die Frage befriedigend beantwortet, aber anderen können vielleicht überzeugt werden, wenn sie eine ausreichende Antwort bekommen.

Gerard Welling

Niederlande, 26.04.2008

 
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