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Hallo Alexander,
ich habe gerade mit Genuss deine Stellungnahme zur Kritik an der Felderstrategie des Herrn Schlemermeyer gelesen.
Ich kann das oft nicht nachvollziehen, wie unsachlich und nur mit
Parolen immer wieder gegen deine Methode gewettert wird. Außerdem
stürzt man sich immer auf deine "älteren" Werke, anstatt die Neuesten
zu rezensieren. Ich kann für mich nur eines sagen: Soviel zum Thema
Schach und zu schachlichen Themen habe ich vorher NIE gelernt wie bei
der Beschäftigung mit deiner B-Methode. Ich war von Anfang an
Autodidakt, bin in keinem Schachverein, habe viele sogenannte
"Fach"-Bücher und -CDs gekauft. Aber bis auf die Grundelemente des
Schachspiels konnte ich aus diesen Publikationen nichts gewinnen. Und
all die verschiedenen Details und Muster zum Schachspiel aus diesen
Büchern/CDs zu memorisieren fiel mir von Anfang an schwer, obwohl ich
nicht gerade behaupten würde, ich hätte ein schlechtes Gedächtnis.
Daher war ich schon sehr früh auf der Suche nach immer wiederkehrenden
Denkprozessen, um den nächsten Zug zu finden, nach einem immer gleichen
Handlungsprogramm, lange bevor ich mich mit deiner Methode beschäftigt habe.
Hierzu
bin ich alleinig auf Jeremy Silman´s Imbalance Theorie gestoßen, die in
ca. 8 Kriterien nach Ungleichgewichten in einer Stellung sucht bzw.
versucht, diese Ungleichgewichte herzustellen. Außerdem gibt es wohl
noch eine Abhandlung des Fernschachmeisters Berliner. Mit dieser habe
ich mich aber nicht mehr beschäftigt.
Zu Silman ist zu sagen: Er schreibt zwar genauso wie du, dass in keinem Buch
beschrieben
ist, WIE man zu Kandidatenzügen gelangen kann, verwendet aber in seinen
8 Kriterien dann auch nur wieder viele Facetten (z.B. Isolani,
Freibauer, Doppelbauer, Springer gegen Läufer, großer Raum, kleiner
Raum, offene/geschlossene Linien etc.), die man in jedem Schachbuch
nachlesen kann und die man sich wieder konkret merken müsste, verbunden
mit den vielen Regeln, die pro Facette zu beachten und zu memorisieren
sind. Der Ansatz war ganz gut, aber am Ende hat auch das mir nicht so
viel geholfen wegen der Überflutung an sich einzuprägenden
Informationen. Ich finde dein neues Buch klasse: Es bringt wieder neue
Aspekte in die Theorie (z.B. Handlung aus eigener Stärke oder
gegnerischer Schwäche) und macht verschiedene Aspekte etwas klarer.
Leider habe ich viel zu wenig Zeit für Schach. Ich denke, das ist mein
größtes Problem, um über die B-Methode auch richtig weit zu kommen, und
somit fällt mir das Alleintraining doch recht schwer.
Wenn das
nicht wäre, würde ich mich glatt als Probant für deine
Schachwissenschaft zur Verfügung stellen, um allen zu zeigen, dass
selbst so ein Schach-Neuling wie ich es unter Anwendung deiner Methode
zu ordentlicher Spielstärke bringen kann. Gegen Schachengines gewinnen
oder zumindest ein Remis erzielen können, das ist noch ein großer
Traum, den ich habe. Damit wäre dann endlich ein echter Beweis und eine
Anerkennung für deine Theorie erbracht!!!
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Viele Grüße
Andreas Krause
10.01.2007
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