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Von Herrn Andreas Krause

Hallo Alexander,

ich habe gerade mit Genuss deine Stellungnahme zur Kritik an der Felderstrategie des Herrn Schlemermeyer gelesen.

Ich kann das oft nicht nachvollziehen, wie unsachlich und nur mit Parolen immer wieder gegen deine Methode gewettert wird. Außerdem stürzt man sich immer auf deine "älteren" Werke, anstatt die Neuesten zu rezensieren. Ich kann für mich nur eines sagen: Soviel zum Thema Schach und zu schachlichen Themen habe ich vorher NIE gelernt wie bei der Beschäftigung mit deiner B-Methode. Ich war von Anfang an Autodidakt, bin in keinem Schachverein, habe viele sogenannte "Fach"-Bücher und -CDs gekauft. Aber bis auf die Grundelemente des Schachspiels konnte ich aus diesen Publikationen nichts gewinnen. Und all die verschiedenen Details und Muster zum Schachspiel aus diesen Büchern/CDs zu memorisieren fiel mir von Anfang an schwer, obwohl ich nicht gerade behaupten würde, ich hätte ein schlechtes Gedächtnis. Daher war ich schon sehr früh auf der Suche nach immer wiederkehrenden Denkprozessen, um den nächsten Zug zu finden, nach einem immer gleichen
Handlungsprogramm, lange bevor ich mich mit deiner Methode beschäftigt habe.

Hierzu bin ich alleinig auf Jeremy Silman´s Imbalance Theorie gestoßen, die in ca. 8 Kriterien nach Ungleichgewichten in einer Stellung sucht bzw. versucht, diese Ungleichgewichte herzustellen. Außerdem gibt es wohl noch eine Abhandlung des Fernschachmeisters Berliner. Mit dieser habe ich mich aber nicht mehr beschäftigt.

Zu Silman ist zu sagen: Er schreibt zwar genauso wie du, dass in keinem Buch
beschrieben ist, WIE man zu Kandidatenzügen gelangen kann, verwendet aber in seinen 8 Kriterien dann auch nur wieder viele Facetten (z.B. Isolani, Freibauer, Doppelbauer, Springer gegen Läufer, großer Raum, kleiner Raum, offene/geschlossene Linien etc.), die man in jedem Schachbuch nachlesen kann und die man sich wieder konkret merken müsste, verbunden mit den vielen Regeln, die pro Facette zu beachten und zu memorisieren sind. Der Ansatz war ganz gut, aber am Ende hat auch das mir nicht so viel geholfen wegen der Überflutung an sich einzuprägenden Informationen. Ich finde dein neues Buch klasse: Es bringt wieder neue Aspekte in die Theorie (z.B. Handlung aus eigener Stärke oder gegnerischer Schwäche) und macht verschiedene Aspekte etwas klarer. Leider habe ich viel zu wenig Zeit für Schach. Ich denke, das ist mein größtes Problem, um über die B-Methode auch richtig weit zu kommen, und somit fällt mir das Alleintraining doch recht schwer.
Wenn das nicht wäre, würde ich mich glatt als Probant für deine Schachwissenschaft zur Verfügung stellen, um allen zu zeigen, dass selbst so ein Schach-Neuling wie ich es unter Anwendung deiner Methode zu ordentlicher Spielstärke bringen kann. Gegen Schachengines gewinnen oder zumindest ein Remis erzielen können, das ist noch ein großer Traum, den ich habe. Damit wäre dann endlich ein echter Beweis und eine Anerkennung für deine Theorie erbracht!!!

[...]

Viele Grüße
Andreas Krause

10.01.2007 

 
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