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Unsterbliche Partie

Schachfreund Christian Bartsch schrieb mir folgende Mail

Lieber Herr Bangiev,

ein Freund des Schachspiels wird sich wohl häufiger als nur ein oder zweimal mit der Unsterblichen Partie beschäftigen.... 

18.Ld6 (1) ak1                                                 18....Da1 19.Ke2 Db2 (2)    ak2                        20.Lc5! (3)   ak3                                                     20...Dc2 21.Kf1 Dc5 22.Df4 (4)  ak4

Vor drei Jahren habe ich im CSS-Forum einen Beitrag geschrieben, der die Verbesserung Dxa1 und Db2 kritisch hinterfragt. Natürlich fehlt mir das Wissen um erschöpfend meine Meinung auch abzusichern, weshalb ich den Beitrag ziemlich allgemein hielt und da er doch recht schnell mit Emotionen geschrieben wurde, war er auch ein wenig holprig formuliert. Ich hoffte auf eine kleine Diskussion oder Neubewertung. Diese fand nicht statt. Dieser Tage beschäftigte mich wieder Anderssen und sein Erbe und so erinnerte ich mich natürlich an meinen Beitrag und suchte im Internet nach neuen Erkenntnissen.

Bei ihnen wurde ich fündig, ja sie haben mit ihrer Felderstrategie sogar fast bewiesen, dass Anderssen korrekt spielte und zu Unrecht für Ld6 kritisiert wurde. Sie nahmen - sicherlich völlig unabhängig zu mir - die Variante auf, die ich anregte. Sie brachen jedoch die Variante zu früh ab, wie mir scheint. Denn nach Df4 f6 kann mit g5 ( etwas besser als Sd6, da der Springer auch auf h6 "romantisch" gesetzt werden kann oder den Bauernvorstoß h5-h6 unterstützen könnte ) immer noch Remis gehalten werden.

Ihr Artikel gibt mir Hoffnung, dass die teilweise umstrittene "Felderstrategie" vielleicht genau mir passt um mich weiterzuentwickeln. Mit anderen Worten, ich werde gern ihre Bücher im Sommer durcharbeiten und hoffe, sie bringen mir dann die nötige Sicherheit zurück.

Diese Mail sollte sie darauf aufmerksam machen, dass Anderssen und Kieseritzky in ihrer Zeit vielleicht doch besser waren als manch heutiger Meister glaubt.
Kennt man die Biographie von Kieseritzky und das Buch über Anderssen von Gottschall, dann versteht man vielleicht meine Verteidigung. Als ich ihren Artikel las und mich erneut mit der Unsterblichen beschäftigte, kamen mir sogar die Gedanken - bitte lachen sie nicht - Anderssen und Kieseritzky haben diese Partie gemeinsam gar nicht gespielt sondern analysiert. Es war als freie Partie veröffentlicht und sollte vielleicht auch 150 Jahre später noch ein Thema sein. Wenn Sie meine Idee nach g5 präzisieren könnten und mir zustimmen, dann wäre das sicher von großem Interesse.

Ich habe das Glück als Patzer nicht wahrgenommen zu werden. Mein Interesse war es auch nicht Reti, Hübner oder Hiarcs in Frage zu stellen. Auf dieser Ebene stehe ich natürlich auch gar nicht. Ich wollte für mich im Wohnzimmer die Altmeister etwas rehabilitieren.Ich ging damit in die Öffentlichkeit ( als "Chrischan" ) im alten CSS-Forum weil ich glaubte das Forum wird von manch Meister besucht und wenigstens irgendwann mal meine Idee aufgenommen. Inzwischen ist das Forum abgeschaltet und der Beitrag vergessen. Keine Ahnung ob sie bei den Admins diese Beiträge noch auf Anfrage im Archiv einsehen können.

Ich möchte ihnen den Link zu meiner HP präsentieren, auch wenn ich den Artikel nicht aktualisiert habe. Es entstehen wunderschöne Varianten nach g5 und eine abschließende Bewertung traue ich mir einfach nicht zu.
http://de.geocities.com/christianbartsch2000/Unsterbliche.html
und den Link, den ich einst setzte
http://www.chessprogram.de/messages/19771.htm

Mit freundlichen Grüßen,

Christian Bartsch

 


 
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