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Lieber Schachfreund Josef Ernst,
herzlichen Dank für Ihre Mail. Sie schreiben: Wenn ich eine Partie spiele, dann vergesse ich die B-Methode, spiele nach altem Muster. Genauso auch wenn ich irgendeine Partie nachspiele aus anderen Schachbüchern. Statt, dass ich an Ihre Methode denke, suche ich den Zug raus, der auch drin steht.

Wie Ihnen geht es vielen Schachfreunden mit der Anwendung der Methode. Ich bin auch keine Ausnahme. Wir Schachspieler sind daran gewöhnt, die Züge auszuprobieren. Haben Sie einmal beobachtet, wie ein Kind das Schachspielen versucht? Es nimmt eine beliebige Figur in die Hand und sucht nach dem Feld. Und das immer öfter. Ein begabtes Kind zieht schnell, weil es das  Zusammenwirken der Steine auf den Feldern intuitiv versteht. Der  erste Grund ist also die "schlechte" Gewohnheit. Sie hat tiefe Ursachen. Dies ist vor allem das menschliche Bedürfnis nach  Sicherheit. Wir versuchen unsere Züge zu prüfen, bzw. die zukünftige Abwicklung in der Stellung zu sehen. Man verliert die Partien trotz dem Gefühl nach Sicherheit. Das heißt, dies hilft uns nicht wirklich.

Sie schreiben: Ich hoffe, dass es eine Methode gibt, wie man die alten Gewohnheiten  abbauen kann. Denn ich bin überzeugt, wenn ich die Methode auch spielerisch anwenden kann, dann werde ich auch besser spielen. Ebenso auch ältere Schachbüchern nach Ihrer Methode wie selbstverständlich zu studieren.

Ich arbeite in diese Richtung und  versuche so eine Methode darzustellen. Die Methode besteht darin,  dass man beim Nachspielen einer Musterpartie (also eine Partie mit  Musterbehandlung zum speziellen Thema) den Zug selber finden muss,  indem man nur die Stellung sieht, nicht aber die Notation. Das  Training kann man  im ChessBase Programm (Partiefenster, Funktion  "Training") machen. Es sind mehrere Paketen schon erhältlich, dies  läuft im Rahmen des Schach-Coaching. 

Sie schreiben: Oder sollte ich um Ihre Methode besser anwenden zu können eine  höhere Verein besuchen? Aber ich glaube, da würde eine Verein im  Landesliga genügen oder? Ich habe mal drei Jahre oder so im  Landesliga gespielt.

Ein Verein im Landesliga würde genügen. Man sollte die Methode besser anwenden. Ihnen fehlt das regelmäßige Feldertraining (es ist bei uns leider  keine Selbstverständlichkeit). Mir geht es genauso. Je mehr ich mich mit der Methode beschäftige, desto mehr bekomme ich davon mit, wachsen meine Kenntnisse. Und  hier hilft nur das TRAINING. Genau hier liegt das Hauptanliegen der Methode. Man  muss anhand von Musterpartien die Methode erlernen und trainieren, die Züge selber zu sehen. Man muss Hunderte Stellungen lösen, dabei die Methode stets anwenden. Man muss daran gewöhnt sein, erst die Felder zu suchen, und danach die Züge, dies sogar auch in der  Grundstellung bzw. früh in der Eröffnungsstellung. Man muss viele  Musterpartien bzw. die Partien von Spitzenspieler nachspielen, um zu sehen, wie die feldgerechte Technik  funktioniert. Die Spitzenspieler sind geborene Feldertechniker. Man bekommt in der Folge das tiefe Verständnis zur jeweiligen Stellung. Ich bereite im Moment die Trainingshefte ("Musterpartien zur jeder Strategieform") vor und hoffe damit, das Vertrauen zur Methode weiter aufzubauen. Sie haben den ersten Zug gemacht, Sie haben der  Methode Ihr Vertrauen geschenkt. Die weiteren Schritte müssen folgen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg damit.

Mit freundlichen Grüßen,

Alexander Bangiev

 
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