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Warum ist das Lösen von Schachaufgaben eigentlich so wichtig?
Beginnen wir mit einigen Überlegungen zum Schachtraining. Das Schachspiel ist ein Denksport. Jeder Zug ist bereits ein Produkt des Denkens, das Ergebnis einer gedanklichen Anstrengung.

1.Schachtraining

Schachtraining bezeichnet die gezielte Steigerung der Leistungsfähigkeit des Denkvermögens, insbesondere der Denktechnik, des Konzentration,-  und des Gedächtnisvermögens, in regelmäßiger und wiederkehrender Abfolge.
Beim gezielten Schachtraining soll man vor allem das eigene Denkvermögen trainieren. Damit wird ein Denkvermögen entwickelt, bei dem das Gedächtnis und eine hohe Konzentrationsfähigkeit eben durch die geschulte Denktechnik ihre ganze Wirkung entfalten können.

1.2.Prinzip des Schachtrainings

Jeder Zug wird mit einer Methode gesehen bzw. gefunden. Das Ergebnis, ob man das Ziel damit erreicht oder nicht, wirkt auf die Suchmethode zurück. Das positive Ergebnis wirkt positiv, d.h. stärkt die Anwendung der Suchmethode, ein negatives Ergebnis wirkt negativ. Wichtig! Das Ergebnis muss klar erkannt und bewertet werden!! Hierbei ist der Trainingseffekt versteckt. Die ständige Wiederholung der Anwendung der Suchmethode wird durch die positiven Ergebnisse gestärkt.

Das Training bedeutet, man trifft eine Entscheidung und wendet dabei immer wieder ein und dieselbe Denkmethode gezielt und konzentriert an, dabei muss das Ergebnis dieser Entscheidung klar erkannt und bewertet werden. 

1.3.Ziele des Schachtrainings

Die Ziele des Schachtrainings sollte man nach drei Aspekten gliedern.

Aspekt 1. Die Ausdauer, bzw. der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung

Das Schachspielen ist ein Ausdauersport. Beim Schachspielen ist die Ausdauer von großer Bedeutung. Man muss eine Partie viele Stunden lang spielen, man muss die Spannung dauerhaft halten. Die Ausdauer, also der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, gehört zu den wichtigen Eigenschaften, quasi als Voraussetzung, insbesondere der Spielsportarten.

Aspekt 2. Die zugrunde liegende Denktechnik

Schach ist ein Denksport. Bei jeder Sportart muss die ihr zugrunde liegende Technik trainiert werden. Beim Schachspielen ist es also das Denken, das systematisch trainiert werden muss. Das Verfahren, wie Züge gesucht, gefunden, geprüft und schließlich ausgewählt werden, nennt man Denktechnik. Kein Spieler kommt daran vorbei, die eigene Denktechnik zu entwickeln und systematisch aufzubauen. Die Beherrschung der Denktechnik, d.h. die Fähigkeit, den Überlegungsprozess bei der Suche von Zügen nach konkreten Regeln zu gestalten, ist die wichtigste Fähigkeit des Schachspielers und erfordert eiserne Disziplin.

Aspekt 3. Das Selbstvertrauen.

Wer sich selbst vertraut, ist sicher, dass er nicht vom Schicksal zum Verlierer bestimmt ist, sondern alle Chancen nutzen kann. Denn sich selber vertrauen heißt, sich selber zuzutrauen, auf eigene Faust handeln zu wollen.
Im Schach spielt das Selbstvertrauen eine besonders wichtige Rolle. Man muss sich stets für Züge entscheiden, deren Folgen nur schwer einzuschätzen sind. Man hat immer öfter zwischen mehreren Zügen zu wählen und muss sich bei Auswahl des vermeintlich richtigen Zuges auf die eigene Intuition stützen. In diesem Sinne muss man gute Züge auf eigene Faust finden. Es funktioniert aber auch in umgekehrter Richtung. Die guten Züge, die man selbst gefunden hatte, stärken das Selbstvertrauen.

2. Das Lösen von Aufgaben.

a) Das Lösen von Schachaufgaben trainiert die Ausdauer, den Wechsel zwischen Anspannung und Endspannung.

Eine Schachaufgabe ist durch eine versteckte Lösung gegenzeichnet. Das Problem wird formuliert (Mattkombination, Materialgewinn usw.) und muss gelöst werden. Man benötigt die gedankliche Anspannung, um ein Problem zu lösen. Wenn das Problem gelöst ist, kommt naturgemäß die Entspannung. Man muss Probleme erkennen, lösen und damit den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung trainieren. Man trainiert, die gedankliche Spannung zu planen und sie zu halten, bis die Lösung gefunden wird. Die gefundenen Züge müssen - als Lösung - klar erkannt  werden. Die richtige Lösung hat als Erfolgserlebnis eine positive endspannende Wirkung. Die darauf folgende Entspannung soll ermutigend auf den Trainingsablauf wirken und die Trainingsbereitschaft festigen.

b) Das Lösen von Schachaufgaben trainiert die eigene Denktechnik.

Man muss nach der Lösung suchen. Die dazu notwendige gedankliche Anspannung ist die Voraussetzung einer Denkmethode; man muss zuerst versuchen, sich über die vorliegende Stellung Klarheit zu verschaffen, und dann diese Information nach bekannten Methodiken erarbeiten. Man versucht, die Denkmethode anzuwenden, bis die Lösung gefunden wird. Wichtig: Die Lösung muss klar erkannt  werden. Die richtige Lösung hat als Erfolgserlebnis auf die angewandte Denkmethode eine positive Wirkung und soll den Ablauf des Denkensprozesses festigen. Die ständige Wiederholung der Anwendung der Suchmethode wird durch die positiven Ergebnisse gestärkt. Fazit: Das Lösen von Schachaufgaben bietet zum Training der eigenen Denktechnik die besten Voraussetzungen: Damit trainiert man das eigene Denken zu steuern und zu kontrollieren.

c) Das Lösen von Schachaufgaben stärkt das Selbstvertrauen.

Jede Aufgabe ist eine Herausforderung. Wenn man versucht, eine Aufgabe zu lösen, wird man dadurch herausgefordert: Schaffst Du das? Jede Lösung wirkt auf das Selbstvertrauen. Wichtig! Die Lösung muss klar erkannt werden. Die richtige Lösung wirkt als Erfolgserlebnis außerordentlich positiv auf das eigene Selbstvertrauen. Wenn man ständig Schachaufgaben - und mit Erfolg - löst, stärkt die notwendige Kraft, in jeder Stellung alle Chancen nutzen zu wollen.

Fazit:

Das Lösen von Schachaufgaben stärkt die eigene Denktechnik, das Selbstvertrauen und die Ausdauer, den Wechsel zwischen Anspannung und Endspannung. Das Lösen von Aufgaben ist die beste Trainingsmethode, die hilft, die Denktechnik zu festigen, die Ausdauer bzw. den Wechsel von Anspannungen und Entspannungen zu trainieren und das Selbstvertrauen zu stärken.
Das regelmäßige Lösen von Schachaufgaben unter Anwendung einer bestimmten Denktechnik ist der effektivste Weg, sich im Schach zu verbessern. Das Lösen von Schachaufgaben muss im Mittelpunkt des Schachtrainings stehen.

2.1. Das Lösen von Schachaufgaben für Kinder. 

Das regelmäßige Lösen von Schachaufgaben ist in jeder Hinsicht besonders für Kinder wichtig. 

a)Kinder sind schlechte Verlierer. Sie brauchen positive Emotionen. Das Lösen von Schachaufgaben stärkt das Selbstvertauen, was für Kinder von erstrangiger Bedeutung ist.

b)Kinder spielen in der Regel zu schnell, weil sie nicht in der Lage sind, die gedankliche Anspannung zu planen und zu halten. Das schnelle Spielen kann die Beherrschung einer Denkmethode erheblich erschweren. Das Lösen von Schachaufgaben hilft Kindern, ihre Denkzüge bzw. gedankliche Spannungen zu planen.

c)Kinder kennen keine Denkmethode, sondern probieren Züge aus. Das Lösen von Schachaufgaben unter Anwendung einer Denktechnik hilft Kindern, eine Denkmethode zu beherrschen.

15. 04. 2008 Autor: Alexander Bangiev

Kommentare

Eine wichtige Prämisse fehlt  

Das Lösen von Schachaufgaben ist kein Selbstzweck und auch nicht der Königsweg  

 
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