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"Eine wichtige Prämisse fehlt" |
Lieber Schachfreund Alexander Bangiev,
Ich habe mir Ihren Artikel "Warum ist das lösen von Schachaufgaben eigentlich so wichtig" angesehen und kritisch evaluiert. Demnächst stelle ich meine persönliche Meinung vor.
Die hinterlegende Philosophie ist mir sonnenklar, und die Logik von Ihren
Schlussfolgerungen erscheint mir völlig korrekt. Es ist ein sehr interessanter, schachwissenschaftlicher Artikel. Aber ich meine auch das eine wichtige Prämisse fehlt. In "1.Schachtraining" wird beschrieben, was unter "Schachtraining" zu verstehen ist. Dann wird aber nicht eine allgemeine Begriffsbestimmung vorgeführt, sondern die Definition um Sinne der Felderstrategie und der B-Methode.
Das ist natürlich kein Problem und sollte den Wert des Artikels nicht beeinflussen, aber dann sollte dem Leser auch klar sein, das die Definition Ihr Axiome ist, eine Basis worauf in der Folge logisch weitergebaut wird.
In der Schachwelt gibt es viele Auffassungen von Schachtraining, im allgemeinen wird darunter - nach meiner Auffassung - die Übung von Standard-Situationen verstanden. Standardsituationen zu meistern könnte man als Technik beschreiben.
In dieser Hinsicht konnte ich mich vorstellen, dass ein Begriff wie Training eigentlich in zwei Gebiete aufgeteilt worden muss:
1)Technisches Training
2)Denktraining
Wobei "traditionelle" Trainingsmethoden sich vor allem mit Technik befassen und Ihr Artikel sich mit der zweiten Art von Training - Denktraining - befasst. Das ist die revolutionäre Seite von Ihrer Methode. Natürlich bleibt Technik unentbehrlich, aber anstatt immer Standardsituationen zu wiederholen wird er lernende eine Denklogik angeboten womit, er selbständig zu Kandidatenzüge kommt (sozusagen ohne Vorkenntnisse). Eine Logik die in viele Trainingsmethoden fehlt wo anstatt auf Wiederholung und die Sammlung von Erfahrungen gezielt wird. Die endgültige Entscheidung der richtigen Zug muss dann aber auf Grund der technische Kenntnisse genommen worden - eine Berechnung, oder eine Abschätzung.
Um noch einmal auf Ihr Artikel zurück zu greifen: was mir auch sehr gefällt ist das die Psychologie des Kampfes hier die Bedeutung bekommt die es verdient. Selbstvertrauen, Anspannung und Abspannung, alles sehr wichtige Eigenschaften im praktischen Kampf.
Mit freundlichen Grüssen
Gerard Welling
Niederlande 22.04 2008
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