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Effizienz der Trainingsmethoden
Das Thema Schachtraining ist längst diskussionsbedürftig. Wenn man versucht, die Frage zu beantworten, warum viel zu wenig erfahrene Schachspieler sich trotz intensiver Bemühungen über stetige reale Leistungssteigerungen freuen können, wird schnell klar, dass die Gründe dafür im Bereich der Trainingsmethoden zu suchen sind.

Die allermeisten Trainingsmethoden sind weit überholt und unzureichend. Wir brauchen eine breite Diskussion darüber. Nicht nur hochbegabte Schachspieler haben Recht darauf, starke Spieler werden zu können. Denn grundsätzlich könnte fast jeder wesentlich stärker spielen als er es tut und somit mehr Spaß am Schach haben. Nicht nur weil er dann im Vergleich zu anderen erfolgreicher ist, nein, wenn jeder stärker wird, dann ist „Stärke“ relativ. Viel wichtiger ist, dass Stärke jedem Schachspieler einen besseren und tieferen Einblick in die Gesetzmäßigkeiten des Schachspiels ermöglicht und dadurch noch faszinierender wird als es ohnehin schon ist.

1. Das Training nach den existierenden Trainings- bzw. Lernmethoden

Bis heute ist das Training im Schach mit Lernen identisch. Man lernt Eröffnungen, Abspiele, Partien, Endspiele kennen und versucht, sich möglichst viel davon zu merken. Bei dieser Lernmethode muss der Schachsportler immer lernen und das ohne Ende, d.h. je mehr man kennt, umso mehr muss man hinzulernen, um weiter zu kommen. Diese Trainings-, bzw. Lernmethoden haben viele negative Seiten, u.a.

1) Der Trainer ist nicht in der Lage, seine Trainingsziele zu kontrollieren, er weiß nicht, ob die Lektionen verstanden sind.
2) Das Gruppentraining ist deshalb wenig effektiv, siehe 1);
3) Das Einzeltraining ist sehr teuer;
4) Die Trainer müssen unbedingt gute Schachspieler sein. Die besten Trainer sind in der Regel die besten Spieler. Diese sind sehr teuer.
5) Das Anfänger-Training, insbesondere mit Kindern gleicht dem schulischen Lernen identisch, was bei Kindern, die auch in der Schule lernen müssen, ein negatives Image hat.
6) Für das Lernen braucht man immer neue Bücher bzw. CD-ROMs, Schachprogramme usw. Das Lernen ist also teuer.

Im Ergebnis müssen Schachsportler, die Erfolge erzielen möchten, viel Geld ausgeben; die Erfolgsaussichten sind dabei sehr fraglich.

Die unzureichenden Trainingsmethoden haben zur Folge, dass die Erfolge bei vielen Spielern häufig ausbleiben. Da die Beschäftigung mit Schach mit hohen Investitionen (Geld - Siehe 3,4 - und Zeit) verbunden ist, haben die teils nur schleppenden Erfolge zur Folge, dass immer mehr Spieler, auch diejenigen, die schon Erfolg hatten, mit Schach aufhören möchten bzw. müssen.

2. Das Training nach der B-Methode (Feldertraining).

Dieses methodische Training soll nach dem Vorbild im Sport gestaltet werden, nämlich: der Schachtrainer zeigt die Denkmethode, vorausgesetzt man kennt die Grundlagen, erläutert ihre Anwendung, bietet Aufgaben zum Lösen an und fördert die richtige Anwendung der Denkmethode bei den Spielern; sie sollen die Aufgaben unter Trainerkontrolle lösen, dabei immer ein und dieselbe B-Methode anwenden. Die Trainerkontrolle besteht darin, dass die Trainierten ihr Denken notieren müssen.

Diese Methode gestattet es dem Trainer, bei den Teilnehmern die schachspezifischen Denktechniken, nämlich „Stellungseinschätzung“, „Zugsehen„, „Zugberechnung“, „Planfinden“ zu trainieren, aber auch mehrere Teilnehmer zusammenzufassen. Die Teilnehmerzahl hängt im Wesentlichen von den Räumlichkeiten und der Materialausstattung des Trainings ab.

Der Schwerpunkt des Trainings nach der B-Methode liegt auf den zum Training angebotenen Aufgaben. Der Trainer muss die Aufgaben erarbeiten. Im Training werden diese Aufgaben von den Teilnehmern nach ein und derselben Technik - eben der B-Methode - behandelt und gelöst. Das hat zu Folge, dass sich die Teilnehmer in einem Wettbewerb intensiv mit dem Stoff beschäftigen und dabei ihre schachspezifischen Denktechniken unbemerkt trainieren.

Diese Trainingsmethode hat viele positiven Seiten, u.a.:
1) Der Trainer ist in der Lage, seine Trainingsziele zu kontrollieren, er weiß, wie die Teilnehmer die Aufgaben lösen.
2) Im Training nach dieser Methode können sogar bis zu 50 zu Trainierende gleichzeitig beteiligt sein.
3) Der Trainer kann das Tempo des Trainings bestimmen, und dies abhängig von der Gruppe regulieren, d.h. beschleunigen oder verlangsamen.
4) Das Gruppentraining wird effektiv, siehe 1-3);
5) Das Einzeltraining kann in Selbststudium umwandelt werden; Der Sportler löst die vom Trainer angebotenen Aufgaben nach ein und derselben Methode selbst, trainiert damit die eigene Denktechnik und steigt dadurch die eigene Spielstärke.
6) Das Anfänger-Training mit Kindern gleicht dem Sporttraining. Die Kinder müssen im Training verschiedene spezielle Spiele bzw. Übungen spielen. Lernen müssen sie nur Schachtheorie bzw. Schachterminologie wie ein Schulfach.
7) Man braucht die Schachliteratur bzw. Datenbanken und Schachprogramme nur zu speziellen Zwecken, z.B. zur Kontrolle oder zur Eröffnungsvorbereitung.

8) Die Trainer müssen nicht unbedingt sehr gute Schachspieler sein, vorausgesetzt, man kennt die Trainingsmethode bzw. man kann die Anwendung der Methode kontrollieren.

9) Der Trainer im Schach wird eine wesentlich wichtigere Rolle spielen, die Trainerausbildung bekommt eine neue Gestalt.

Fazit: Das Training nach der B-Methode kann effizient durchgeführt werden. Die Trainingskosten für die Beteiligten werden wesentlich reduziert. Die B-Methode ist insbesondere wichtig fürs Leistungsschach. Sie ermöglicht die schachspezifischen Trainingsziele ganz präzise anzustreben.
In der Tat sind jene Sportler erfolgreich, die möglichst früh in das Blickfeld des DSB treten. Sie werden in die Kader aufgenommen und bekommen dadurch die Hilfe des DSB. Die Möglichkeiten des DSB, die talentierten Schachsportler zu unterstützen, sind aufgrund mangelhaften Sponsorings begrenzt.

Autor: Alexander Bangiev 

 
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